Montag, 25. Juni 2018

Warmalpilgerin Teil 3


Um ans „Ende der Welt“ zu kommen wählten wir nicht den offiziellen Weg, sondern gingen an der Steilküste entlang. 
Ich hatte meinen Rucksack mit ein paar Utensilien für unseren Abschied vom Camino dabei und fühlte mich noch einmal wie Pilgerin.
Es nieselte und war nebelig. Das Meer war nur zu hören, aber nicht zu sehen.
Es war genau so, wie es uns ging. Nichts war wirklich klar.
Als wir auf den Klippen am Ende der Landzunge, am Kap Finisterre, angekommen waren, sah es tatsächlich aus, wie das Ende der Welt. Es gab nichts, außer einer dicken Nebelwand.
Am Meeresrauschen hörten wir, dass das Ende nicht das Ende ist. 
Auch unsere Pilgerschaft war noch nicht zu Ende. Eine Tradition, wer auch immer sie begonnen hat besagt, dass man ein auf dem Weg zerschlissenes Kleidungsstück dort lässt, oder gar verbrennt. Wir zelebrierten diesen  Moment würdig. Dank meines  Trockenbrennstoffes schafften wir es bei Nieselregen und Wind unsere auserkorenen Kleidungsstücke zu entzünden. 
Wir stießen mit Sekt darauf an und saßen eine Weile still da. Unser Pilgerweg war beendet. In dem Moment lichtete sich die Wolkendecke und es wurde zunehmend klarer.






Wäre das so in einem Film gekommen wär es ganz schön kitschig gewesen. Doch es war alles Echt. Jeder hatte für sich den Weg abgeschlossen und sah tatsächlich klarer.
War ich jetzt angekommen? Nein! Denn das hieße ja, es gäbe nichts mehr danach. Doch es gibt ja noch so Vieles.


Das Ende ist nicht das Ende, ist nicht das Ende

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