Montag, 11. Juni 2018

San Justo - Mondoñedo


Gestern Abend saßen wir noch gemütlich beisammen.
Heute Morgen wurden wir von einen Nebel -verhangenem Dorf begrüßt. Der Sonnenaufgang war zu erahnen und Veronika beeilte sich, los zu kommen. Sie hat ihren Fotoapparat dabei und wollte die Morgendämmerung einfangen.
Ich ließ mir Zeit. Meinen Rucksackinhalt musste ich wieder neu sortieren, da ja nun keine Schuhe mehr dabei waren.
Frieda ließ ihre kaputten Schuhe in der Herberge und lief, erfreut über die leichten Wanderschuhe, mit Ulrike weiter. Ich startete erst nach 9 Uhr mit der durchkommenden Sonne.



Ich lief mal wieder allein, was auch schön war. Im ersten Ort traf ich Cornelius aus Irland, den ich schon von Ribadeo kannte. Thomas und Maik aus Deutschland liefen etwas langsamer als ich, aber wir trafen uns unterwegs und an einer Wasserstellen wieder. 3 Kilometer vor dem heutigen Ende sah ich noch mal das Tschechische Paar, welches auch in Ribadeo in der Herberge war und dann ging ich allein weiter. 
Mit Veronika traf ich mich in Mondoñego in der Kathedrale. Wir gingen dann gemeinsam zur Herberge, schlenderten durch die Stadt, aßen etwas und kauften fürs Abendbrot und Frühstück ein. Dann erst begann es zu regnen (obwohl wieder für den ganzen Tag Regen angesagt war).

Am Abend tranken wir ein wenig Rotwein und stießen auf den 30. Gebutstag meines Sohnes an.

Sonntag, 10. Juni 2018

Ribadeo - San Justo


Der Abschied von der Küste viel mir schon etwas schwer. Den anderen Pilgern ging es ähnlich. Wir frühstückten gemeinsam, machten Fotos, erzählten noch und zum Glück kam auch die Putzfrau nicht wie angekündigt schon um acht.
Doch es half alles nichts, wir liefen wieder los.
Da Sonntag war, hatten wir nur eine kurze Strecke von 9 km, nach Vilela, eingeplant.
Ich probierte heute eine neue Schuhvariante. Meine Wanderschuhe mit Fußbetteinlage und dünnen Strümpfen. Nach ca. 3 Kilometern drückte die Naht der Socken, also nächte Variante... Socken aus.
Obwohl wir spät gestartet waren, kamen wir bereits kurz nach 10 bei der Herberge an. Die Sonne schien, die Herberge war sauber, aber in dem Ort war buchstäblich der Hund begraben. Drei Häuser, 5 Kühe und eine Bar war so ungefähr alles, was der Ort zu bieten hatte. Wir überlegten kurz und liefen dann weiter. Die nächste Herberge kam nach weiteren 16 Kilometern.
Wir verlängerten unsere Bitte an den Herrn der Winde, um im Trockenen laufen zu können. Laut Wetterbericht sollte es den ganzen Tag regnen und gewittern.
Ca. 5 Kilometer vorm Ziel fühlte es sich an, als ob ich mit dieser Schuhvariante wieder eine Blase unter der rechten Ferse bekommen würde. Also nächster Versuch... Wandersocken an. Die nahmen wieder mehr Platz weg und nach 2 km waren die Zehen eingeschlafen.. Ich bewertete den Wanderschuhversuch als gescheitert und wollte ab morgen wieder nur die Sandalen tragen.
Wir kamen gegen 16 Uhr trocken in San Justo an. :-) In der Herberge gab es 12 Schlafplätze in 4 Zimmern. Bisher war ein Bett von Siegfried aus Deutschland belegt und wir hatten fast freie Auswahl. Wir entschieden uns für ein Zimmer mit zwei Doppelstockbetten und belegten die unteren. Kurz nach dem wir da waren, fing es an zu regnen.
Etwas später gesellten sich noch Frieda aus Holland und Ulrike aus Deutschland in der Herberge dazu.
Frieda erzählte von ihrem Pech mit ihren Schuhen. Das Oberleder war auf einem langen Streifen von der Sohle gerissen. Sie wollte Neue kaufen, aber am Samstag gab es kein entsprechendes Geschäft und gestern hatte alles geschlossen.
Ich fragte nach der Größe und sie hatte „zufällig“die gleiche Größe wie ich. Ich nahm meine Einlagen raus und gab ihr meine Schuhe zum probieren. Sie pasten ihr perfekt und ich sagte ihr, sie könne damit weiter laufen. Sie nahm sie erstaunt und dankbar an.

 Der Weg gibt jedem, was er gerade benötigt. Heute war es Frieda, die neue Schuhe bekam.

Samstag, 9. Juni 2018

Tapia de Casariego - Ribadeo

Würdiger Abschied von der Küste

Gestern Abend bat Veronika auf Spanisch den Herr der Winde, dass er die Regenwolken wegpustet und wir im trockenen laufen können.
In der Nacht hörte es auf zu regnen. Als wir gegen 8 los liefen, gab es sogar etwas blau am Himmel.
Im Laufe des Vormittages kam die Sonne immer mehr hervor. Es war zwar recht windig, aber dafür waren wir dankbar. Wir sagten uns, dass dies ja notwendig war, um die Regenwolken weg zu pusten, wie gewünscht.
Wir konnten somit unseren letzten Tag an der Küste genießen. Wir sahen das klare Meer und hatten Weitsicht zu den Bergen.
Für mich war es eine Belohnung für die letzten 9 Wochen. Davon war ich 7 an der französischen und spanischen Küste unterwegs gewesen.
Zum krönenden Abschluss wollte ich mich würdig vom Meer verabschieden und war noch mal baden. Es waren zwar trotz Sonne nur 19 Grad, aber baden musste sein.
Am Abend saßen Veronika und ich noch auf dem Dach der Herberge und gönnten uns einen Rotwein auf die jeweils abdolvierte Strecke - Veronika über 650 und ich fast das Doppelte.

Laut Pilgerführer hatten wir heute die 200er-Marke der restlichen Kilometer unterschritten.
Ein eigenartiges Gefühl kam auf.
Eas wird mir auf den kommenden Kilometern noch begegnen?