Freitag, 8. Juni 2018

Tapia de Casariego


Das war ein „hätte“- Tag

Hätte ich in der Nacht nicht Hals- und Kopfschmerzen und Veronika nicht heute ihren „Unlusttag“ gehabt, hätten wir uns eventuell nicht vom Regen stören lassen.
Hätte es nicht geregnet, dann hätten wir vielleicht Lust zum weiterpilgern bekommen. Hätte die Sonne geschienen und das Thermometer nicht nur 15 Grad angezeigt, hätte ich gern im Meer gebadet. 
Hätten wir heute nicht pausiert, dann hätten wir nicht die Zeit gehabt, die Etappen für die nächsten Tage zu überlegen. 
Wir hätten in nassen Schuhen weiter laufen müssen, da sie über Nacht nicht getrocknet waren. Ich hätte nicht hier im „Meson Restaurante El Puerto - Tapia de Casariego“ eine der besten Fischsuppen gegessen.
Und wir hätten die Chance verpasst, morgen, an unserem letzten Tag am Meer doch ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen. Für morgen ist zur Zeit von 7 bis 13 Uhr Regenpause angesagt.

Ich hoffe, die Wetterfrösche erinnern sich morgen noch daran und meinen nicht, sie hätten sich bloß geirrt.



Donnerstag, 7. Juni 2018

Navia - Tapia de Casariego



Am Liebsten wär ich heute Früh im Bett geblieben. Draußen war es trüb und nieselig und ich war etwas pilgermüde gewesen.
Ich blieb selbst beim Laufen müde. Dementsprechend lang kam mir heute auch die Strecke vor. 
Bis auf drei kleine Regenschauer blieb es zum Glück von oben trocken. Die Wege zwischen den Feldern und im Wald waren trotzdem matschig. Einmal versank Veronika so im Schmodder, dass ihr Schuh stecken blieb. Bis zu den Knöcheln im Schlamm stehend, musste sie dann mit beiden Händen nach dem Schuh suchen. Es war zu komisch und wir mussten beide lachen.
Der Großteil der heutigen 21 Kilometer verlief allerdings auf Asphaltpisten. Das mögen die Füße nicht so sehr. 
Nach ungefähr der Hälfte des Weges wollten wir Pause machen und etwas Essen. Doch das Restaurant hatte zu und bis zum Zielort kam auch nichts mehr. Wir setzten uns in eine Bushaltestelle, aßen Nüsse und einen Apfel aus den Rucksäcken, warteten ab, bis der Regenschauer vorbei war und liefen weiter. 
In der Pilgerherberge gab es keine Waschmaschine und vor allem keinen Trockner, so dass wir uns für ein sehr günstiges Hotel entschieden hatten. Unsere durchgeschwitzte und schmutzige Pilgerkleidung bedurfte dringend einer Reinigung. Für 3,-€ bekamen wir alles frisch gewaschen und trocken zurück.
Heute hatten wir keine Lust auf spätes Pilgermenü und kauften uns im Supermarkt etwas zum Abendbrot.
Der für den Abend geplante Strandspaziergang fiel buchstäblich ins Wasser.

Ich hoffe, dass ich mich morgen wieder besser motivieren kann. Das wird die letzte Etappe an der Küste.

Mittwoch, 6. Juni 2018

Luarca - Navia

Gestern Abend wurden wir wieder mit einer Regenpause belohnt. Das nutzte ich aus und lief hoch auf den Berg, um mir die Stadt von oben zu betrachten. Da die Herberge „erst“ 22:30 Uhr geschlossen wurde konnte ich noch den wenig vorhandenen Sonnenuntergang beobachten.


In der Nacht regnete es. 
Bis auf ganz kurze Pausen regnete es auch die ganze Zeit, während wir liefen. Heute kam auch noch stellenweise kühler Wind dazu. Wenn das jetzt Urlaub wär, würde ich maximal schauen, wo in der Nähe eine Therme ist, oder mit einer heißen Schokolade vorm Ferseher sitzen und Trickfilme schauen.


Bei diesem Schietwetter liefen wir auch noch drei Zusatzkilometer. Wir hatten einen etwas versteckten Wegweiser übersehen und waren falsch abgebogen. Da an der nächsten Kreuzung, nach 1,5 km, kein weiterer Hinweis zu sehen war, kamen wir ins Grübeln. Wir schauten wieder im Pilgerführer nach und konnten nur falsch sein. Also gleiche Strecke wieder zurück.
Die Wege waren heute fast durchweg rutschig und schlammig.
Mir kam ein Kinderlied in den Sinn und es wurde umgedichtet.: „Auf Pilgerwegen geht etwas, watet durch die Sümpfe. Es hat ganz dreckche Schuhe an und auch nasse Strümpfe. Regencape und Rucksack auf - wer kann das sein? Wer kommt darauf? - Ja das ist die Gaby!“
Nach dem wir in Navia und in unserer Pension angekommen waren, ging es erst mal unter die warme Dusche.
Das ist schon herb. Da hab ich das ganze letzte Jahr mehr gearbeitet, um jetzt in Spanien zu frieren. Das hatte ich mir schon ein wenig anders vorgestellt.
Am Abend gingen wir in der Regenpause noch mal durch den Ort spazieren. Nach dem Abendbrot, was es hier für mich immer noch zu spät gibt, saßen wir noch mit zwei jungen deutschen Pilgerinnen zusammen. Wir unterhielten uns und ließen den Tag mit einer Runde Rommé ausklingen.