Dienstag, 29. Mai 2018

Ribadesella - Villaviciosa



Ribadesella präsentierte sich heute Morgen von seiner Sonnenseite.
Obwohl es unseren Füßen schon besser ging, wollten wir an dem Plan festhalten und sie noch 2-3 Tage schonen. 
Wir liefen im herrlichen Sonnenschein zum Busbahnhof und stiegen fast ohne schlechtes Gewissen in den Bus. Wir waren nicht die einzigen Pilger, die diesen Weg wählten.
Unterwegs sahen wir einige Pilger am Straßenrand. Es war auch im Pilgerführer beschrieben, dass lange Strecken direkt an bzw. auf der Straße verlaufen würden. Damit schwand der letzte Funke schlechten Gewissens.
In Villaviciosa stiegen wir schon am Ortsrand aus, um unseren Füßen das Signal zu geben, dass wir noch Pilger sind.
Auf dem Weg Richtung Herberge erkundeten wir den Ort und fanden ihn recht nett.
In der Pilgerherberge hatte ich dann doch noch mal einen Anflug von schlechtem Gewissen. „Nicht gelaufen und dann noch die besten Schlafplätze bekommen.“ Aber was soll es. Den Füßen zu liebe, war es die Richtige Entscheidung. Die brauchen wir schließlich auch noch nach dem Pilgern.
Wir hatten uns für die „Albergue Villaviciosa“ entschieden, eine privat geführte Herberge. Sie war sauber und in mehreren Räumen waren Betten aufgestellt. Bei uns waren es 5 Doppelstockbetten, mit viel Platz dazwischen und für jeden einen Spind am Bett. Dazu gab es 2 Toiletten und 1 Dusche. Das alles für 13,-€ pro Pilger.
Auf der Suche nach einem schönen Lokal zum Mittagessen, fanden wir etwas abseits die „Pizzeria Firenze“. Dort war ein Pilger-Menü für 10,-€ angeschrieben. Als Vorspeise hatte ich Spaghetti. Die Potion allein hätte schon für zwei gereicht. Danach gab es eine frisch gebackene Pizza, als Nachtisch Eis und ein Getränk war auch noch dabei. Das reichte für den Rest des Tages.
Am Späten Nachmittag unternahmen wir noch mal einen kleinen Stadtbummel - ich hatte immer noch mit Verdauen zu tun.
Zurück in der Herberge beteitete ich mir ein Fußbad und tat für heute nichts mehr, außer lesen und schreiben.

Mal schauen, was mein Gewissen zum morgigen Kurzstreckenpilgern plus Busfahrt sagt.

Montag, 28. Mai 2018

Ribadesella

Fußpflegepause


Heute Früh machte Veronika einen kurzen Probespaziergang, um zu testen, was ihr Fuß heute zum Pilgern sagt. Es ging zwar besser, aber wir entschieden uns heute zu pausieren. Die Stadt war ja schön und wir wollten sie uns noch ein wenig näher betrachten. Das Zimmer war noch frei, so dass wir bleiben konnten. Wir machten einen Plan für die nächsten Tage, an denen wir zwar weiter pilgern, aber vorerst kürzer treten wollen, um nicht ganz aufgeben zu müssen. Veronika kaufte sich eine Salbe für ihren Knöchel und ich war auf Globisuche.
Danach besichtigten wir die Kirche. Hier lernte ich, dass es keine katholische Pfarrerinnen gibt. Eine Frau schloss die Kirche auf und zündete die Kerzen an. Dann kam eine ältere Dame, die sie ansprach und beide gingen zur „Beichtkammer“. Sie gingen zwar nicht zum Beichtstuhl, aber es sah halt so aus. Veronika ging danach auch zu der Frau, die aufgeschlossen hatte. Nun dachte ich, dass sie was beichten will. Doch sie fragte nach einem Stempel für unsere Pilgerpässe. Als ich ihr hinterher meine gedachten Beobachtungen erzählte, hatten wir gut zu lachen.
Zum Mittagessen bekamen wir vom Wirt einen kleinen Drahtpilger gebastelt, den er uns schenkte.



Ansonsten verbrachten wir den Tag mit viel ausruhen, Füße pflegen, kurzen Spaziergängen am Strand und Wein trinken.

Schön, dass ich nicht allein bin


Sonntag, 27. Mai 2018

Nueva - Ribadesella


Barfußschuh-Pilgern


Das Verwöhnprogramm haben mir meine Füße mit einer schmerzfreien Nacht gedankt. Veronika und ich schliefen bis halb acht.
Gut ausgeruht und gefrühstückt starten wir wieder gemeinsam.
Heute hängte ich meine Wanderschuhe an den Rucksack und lief mit meinen dünnen „fivefingers“.
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Das ging besser als gedacht. Ich hatte mich bisher gescheut sie auch mit Rucksack-Zusatz-Gewicht zu tragen, da sie ja nicht gepolstert sind.
Obwohl der Weg über Schotterpisten, lange Asphaltstrecken und auch Schlammpfade führte lief es sich gut. 
Heute hatte Veronika wieder mit ihrem Fuß bzw. Knöchel zu tun. Sie hatte sich schon extra eine Bandage zugelegt, aber an manchen Tagen ging es auch mit Bandage nur schlecht.
Da sind wir zwei ein schönes Pärchen - fußlahme Krankenschwestern auf Pilgertour.
Es gibt noch ein Phänomen, das sich hier auf dem Weg bei mir eingestellt hat. Auf Arbeit trank ich fast täglich ca. 2 Liter und ging oft nur einmal zur Toilette.
Hier mutiere ich zum Durchlauferhitzer. Oben rein - unten raus. Selbst wenn ich nur nen Schluck Wasser trinke, muss ich öfter ausschau halten, wo hinter dem Baum, oder dem Stein ist.

In Ribadesella hatten wir wieder ein Zimmer reserviert, da die Herberge geschlossen hatte und wir zum Sonntag nicht weiter laufen wollten.
Bishrr hatten wir größere Städte lieber gemieden, doch hier gefiel es uns.
In der Stadt gab es Leben. Auf jedem freien Platz wurde Musik gespielt und getanzt. Wahscheinlich gab es irgend ein Fest, denn die Frauen und Kinder trugen alle schöne Kleider.

Nach einem leckeren Mittagessen in einem kleinen Restaurant gab es wieder nur ausruhen und Fußpflege. Das Wetter hatte eh nix schöneres zu bieten.

Mal schauen, was unsere Füße morgen für ne Meinung zum Pilgern haben.